Montag, 27. September 2010

Stuttgart21-Proteste: Wann hört ihr endlich auf zu nerven?

Ein hochmoderner Hauptbahnhof, ein neues Stadtviertel, ein größerer Park: Für einige Stuttgarter scheint dieser Gedanke unerträglich zu sein.

"Die Stuttgarter" wollen keinen hochmodernen Durchgangsbahnhof, tönen die linksmanipulierten Medien schon seit Monaten. Vor ein paar Tagen lief ein Beitrag auf meinem heißgeliebten Spartensender "Regio-TV", der mir nachhaltig in Erinnerung geblieben ist. Warum? Weil in ihm 2 Passanten zur Sprache kamen, die tatsächlich für Stuttgart 21 waren.
Nicht, dass ich nicht vorher schon gedacht hätte, dass es auch viele Menschen geben muss, die für das Projekt sind. In diesem Moment wurde mir aber klar, wie einseitig die Medien über Stuttgart 21 berichten und was für eine Macht sie dabei ausüben.

Denn das Problem ist Folgendes: man hat eine Meute von mehreren Zehntausend Menschen, die gegen ein Projekt protestieren ("Das Volk") - auf der anderen Seite die willkommensten Sündenböcke, die man sich nur ausdenken kann: Berufspolitiker, Bahn-Bosse, reiche Unternehmer. 

Die Medien haben bislang aber natürlich nur die lautstarken Gegner interviewt. Logisch, denn die Interviews finden ja am Ort der Demonstration statt. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass Stuttgart21-Befürworter sich inmitten einer Demonstration zu ihrer Meinung bekennen. Was ihnen dann blüht, war neulich in einem Beitrag bei Anne Will zu sehen, in dem ein Befürworter postwendend angepöbelt und attackiert wurde. Leider sind solche Beiträge aber eher die Ausnahme. 


Zu Stuttgart21 gibt es aus meiner Sicht nur zu sagen: Es ist ein legitimiertes Projekt. Projekte sind teuer, manchmal ergeben sich Kosten aus dem Prozess. Stuttgart21 wird Arbeitsplätze schaffen, einen hochmodernen Bahnhof und einen neuen Stadtteil hervorbringen, die Stadt modernisieren. Wie kann man dagegen ernsthaft protestieren? Warum müssen legitime Entscheidungen noch einmal legitimiert werden, so wie jetzt die Befürworter eines Volksentscheids fordern?
 

Es ist schon erstaunlich, wie wenig Stuttgarter nach der Finanzkrise auf der Straße waren. Ging es damals nicht um viel mehr Geld, das verprasst wurde? Wo waren die Demonstranten, die gegen Raffgier und Bank-Bosse auf die Straße gingen? Wo waren die Stuttgarter, die im April gegen das Milliarden-Hilfspaket für eine bankrotte Bananenrepublik demonstrierten, deren Bürger zu 50% Staatsbeamte sind und maximal 20 Jahre arbeiten? Ich habe damals keine gesehen.


7 Milliarden für ein zukunftsweisendes Großprojekt: 50.000 Schwaben gehen dagegen auf die Straße. 500 Milliarden und mehr für Banker-und Pleite-Griechen: kein Schwabe in Sicht. Wer das nicht verrückt findet, dem ist nicht zu helfen.






 

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

'Wie kann man dagegen ernsthaft protestieren?' setzten Sie sich lieber mal mit der Thematik auseinander ! Dann bin ich mir sicher ihnen fällt ein Grund ein warum man dagegen sein könnte. Ein wenig Objektivität wäre hier wünschenswert.
Ebenso sollten Sie hinterfragen ob der Griechenland Vergleich angebracht ist hier geht es um die Rettung eines Landes wirtschaftlich als auch ethisch ein weit komplexere Problematik auf internationaler Ebene. Ich empfehle für den Anfang mehr selber lesen als verfassen und reflektieren dann werden die Artikel auch besser.... Viel Glück dabei