Freitag, 29. April 2011

LAHM IST KEIN FÜHRUNGSSPIELER

"Wir haben unsere Kapitäne, aber Mark van Bommel war ein echter Führungsspieler. So einer fehlt jetzt."
Das soll Arjen Robben vorgestern gesagt haben. Leider hat er damit Recht. Denn Philipp Lahm ist kein Kapitän. Es mag hart für ihn sein, weil er doch so ein Vorzeigespieler ist, ein brillianter Verteidiger, unermüdlich, einer der besten weltweit auf seiner Position. 
Doch er taugt nun mal nicht zum Kapitän. Auch das von ihm selbst in Spiel gebrachte Argument, er sei ein sehr guter Kommunikator, ist nur zum Teil angebracht. 
Sicher muss ein Kapitän kommunizieren können. Doch vor allem muss er auf den Tisch hauen können. Er muss aggressiv auftreten, eben so wie der von Robben vermisste Mark van Bommel (der, typisch Hoeneß, als einer der verdientesten Spieler sang- und klanglos aussortiert wurde).
Was bringt ein braver Lahm, der mit allen nett und sachlich redet, wenn er ob seiner brüchigen Stimme und seiner Körpergröße nicht für voll genommen wird?
Effenberg, Ballack, Kahn, van Bommel - Lahm? Irgend etwas stimmt hier nicht. Lahm ist kein Führungsspieler. Dafür ist seine Aura zu gewollt, zu eifrig, zu bemüht, zu gut. Er ist kein kleines Arschloch wie Effenberg, keiner, der wachrüttelt. Schweinsteiger wäre ein besserer Kandidat.
Doch seine "Schweini-Poldi"-Spaßvogelzeit hängt ihm nach. Er ist auf einem guten Weg, doch seine Vergangenheit hat er noch nicht ganz abgelegt. Außerdem müsste er eben Lahm wegmobben - das ist von Schweinsteiger eher nicht zu erwarten.
Aggressive Leaders wachsen nicht auf den Bäumen. Van Bommel wurde abgeschoben, jetzt muss man sich mit Lahm und Schweinsteiger begnügen. Oder kann Neuer nächstes Jahr von hinten die Lücke schließen, so wie Kahn es damals getan hat? Im ersten Jahr wohl nicht, perspektivisch aber wäre das vorstellbar. 
Den Bayern sollte klar sein, dass sie für die letzten drei Spiele kollektiv zu Führungsspielern werden sollten - wenn sie nicht den Super-GAU erleben wollen oder den "Punto-Clio-Cup" wie sich der letzte bayrische Führungsspieler van Bommel 2007 ausdrückte, als den Bayern das letzte Mal dieses Schicksal zuteil wurde.

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