Dienstag, 14. Juni 2011

ANJA HEIDE, WULF SCHMIESE - EIN NEUER TIEFPUNKT

In der nach unten scheinbar endlos offenen Qualitätsskala der "Morgenmagazine" der öffentlich-rechtlichen Sender hat das ZDF heute die Meßlatte noch ein bißchen höher gelegt (bzw. niedriger).
Anja Heide brachte in ihrer "Schicht" von 5.30 Uhr bis 7.00 Uhr (warum man den Moderatoren nicht zumuten will, mehr als anderthalb Stunden am Stück zu moderieren, weiß man beim ZDF wohl nur allzu genau) das Kunststück fertig, bei einer ihrer Anmoderationen kein einziges Mal in die Kamera zu schauen, so beschäftigt war sie mit dem Ablesen ihres Textes vom Blatt (!). Ich fragte mich dabei, ob Teleprompter beim ZDF noch nicht im Umlauf sind.  
Denkt Heide eigentlich, sie sei Journalistin? Denkt sie, sie sei ein kritisch denkender Mensch? Ich befürchte, sie tut dies. Ich glaube nicht, dass das Niveau einer Nachrichtensendung noch weiter in den Keller sinken kann. Heide hat das Zeug zur Saftschubse in der Lufthansa-Maschine von Hannover nach Stuttgart. Die schlüssige Darstellung und Vermittlung von Außenpolitik, wirtschaftliche Zusammenhänge und Themen gesellschaftspolitischer Relevanz überfordern sie derart, dass einem beim bloßen Zusehen ganz schwindlig wird. Die flapsige Art, mit der sie versucht, ihre fast obszöne Inkompetenz auf jeglichem Fachgebiet zu übertönen mag (ganz) am Anfang noch frisch und unbedarft wirken, doch verkommt schon nach wenigen Auftritten zu einer peinlichen Farce. Ich kann mir ihre Existenz in dieser Sendung eigentlich lediglich mit Klüngel erklären. 
Andererseits sind ihre Kollegen ja nicht gerade besser. Wulf Schmiese, dem zumindest Fachkompetenz zugute gehalten werden müsste (schließlich war er FAZ-Redakteur) hat sich nach holprigem Beginn zu einer Heide fast ebenbürtigen Plage und stetem Quell von Fremdscham entwickelt. Er wirkt gehetzt, verspricht sich ständig, fällt seiner Kollegin Hajali mit zuverlässiger Regelmäßigkeit ins Wort und lässt jegliche Lockerheit vermissen, die gute Moderatoren normalerweise auszeichnet. Schmiese hat sich mit seinem Wechsel ins Fach der bewegten Farbbilder keinen Gefallen getan; er ist jedoch eher ein Opfer des Mediums, in dem er sein Können nicht zeigen kann. Heide hingegen besitzt weder Können noch Intellekt, wäre also im Printbereich genauso hoffnungslos wie in ihren TV-Auftritten.
Noch sind Lorig und Gesthuysen in Führung. Das ZDF arbeitet indes schwer an der Ablösung des schlechtesten Morgenmagazins.  

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