Donnerstag, 9. Juni 2011

DAS UNWORT "FAMILIENTRAGÖDIE" / "FRAU" MERKEL

Heute gab es wieder mal eine "Familientragödie" in Deutschland.
Genauer gesagt in Aachen. Was ist passiert? Ist eine Familie bei einem Autounfall ums Leben gekommen? Gab es einen Großbrand, und eine Familie wurde ausgelöscht?
Nein, nichts dergleichen. 
Mal wieder verwenden viele Medien das Wort "Familientragödie", wenn ein Mann seine Frau umbringt. Dies ist sicher auch tragisch, zumindest für die Frau und für die Kinder, sollte es welche geben.
Doch der Begriff "Familientragödie" ist nicht angemessen. Noch viel weniger ist er angemessen, wenn ein Elternteil - meist sind es die Väter - beschließen, ihre Kinder und Frauen auf einen Streich zu töten, meist als "Verzweiflungstat", auch so eine seltsame Formulierung. Ständig spricht man hier von "Familientragödien", als handelte es sich um eine zwangsläufige, ins Unglück führende Kette von Ereignissen, an denen alle irgendwie ihren Anteil haben. 
Könnte man es nicht Mord oder Totschlag nennen? Das käme der Wahrheit nämlich bedeutend näher.
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A propos seltsame Begriffe in der Presse: warum wird unsere Bundeskanzlerin im Deutschlandfunk und in der FAZ eigentlich immer als "Frau Merkel" bezeichnet, à la "Frau Merkel nahm die Freiheitsmedaille in Empfang"? Wie wär's mit "Merkel", genau wie man auch "Steinmeier" oder "Fraktionsvorsitzender Steinmeier" sagt, jedoch nicht "Herr Steinmeier redet im Bundestag" oder "Herr Gabriel sagte, er wolle in der nächsten Woche 2 kg abnehmen." "Frau Merkel" klingt nach Sekretärin, "Bundeskanzlerin Merkel" klingt nach Bundeskanzlerin.

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