Sonntag, 26. Juni 2011

DEUTSCHE WOLLEN GRIECHENLAND-HILFE NICHT / DIE IRRTÜMER DES PEER STEINBRÜCK

Der Wind dreht sich in Deutschland.  
Immer mehr Menschen zeigen Unverständnis über die beispiellose Verhöhnung des deutschen Volkes in Form von "Solidarität" mit Griechenland.
Der Wutbürger scheint seine Energie endlich nicht mehr auf Bahnhofsprojekte zu projezieren, sondern auf wichtige Dinge wie das Geld, das kommenden Generationen von Kindern, Arbeitnehmern und Rentnern zu fehlen droht.
Über einen Bürger, der Peer Steinbrück bei einer Podiumsdiskussion zuhören musste, heißt es im oben verlinkten F.A.Z.-Artikel:
Fast eine Stunde lang hat er vom Redner auf der Bühne zu hören bekommen, warum er Griechenland retten muss: Weil die EU Frieden bedeutet. Weil Deutschland neun Nachbarn hat. Weil wir die Nase nicht zu hoch tragen sollten. Dann drohe Krieg.
Was in den Ohren eines vernünftigen Menschen wie eine spinnerte Verschwörungstheorie klingen muss, meint Peer Steinbrück scheinbar ernst. Wohlgemerkt, es handelt sich hier um den selbsternannten "Kanzlerkandidaten" der SPD für 2013. Ironie pur, wenn er davon redet, man solle die "Nase nicht zu hoch tragen", als Mitglied einer Splitterpartei gleichzeitig aber Kanzler werden möchte.
Zur Sache: Steinbrück ist nur einer von vielen, die denken, ein wirres Institutionengeflecht namens EU, das keiner je wirklich begriffen hat, demokratisch nie legitimert, volksfremd, sichere den "Frieden in Europa".
Kann man das wirklich eine Minute lang glauben? 
In jeder denkbaren Konstellation hätte es nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg eine lange Friedensperiode gegeben, das ist meine Meinung. Viele Staaten lagen in Trümmern oder waren zumindest schwer beschädigt, materiell oder moralisch. Das Vorhaben, jetzt keinen Krieg mehr zu wollen, teilten damals alle Völker der Welt, nicht nur die europäischen, die schließlich die EWG und dann die EU gründeten.
Die EU entblößt sich dieser Tage aufs Gerippe: ohne Substanz, ohne Seele offenbart sie sich als das entrückte Konstrukt einiger Politiker, die in ihrer Eitelkeit Geschichte schreiben wollten und sich die EU ausdachten. 
Die EU ist und war immer politische Planwirtschaft: sie ist nicht gewachsen, sie ist konstruiert worden. Auf dem Papier, von Schreibtischtätern. Genau deswegen ist sie auch nie demokratisch gewesen, deshalb haben sie die Wähler auch nie verstanden: niemand konnte je etwas mit dieser "Idee" anfangen.
Nur eben SPDler wie Steinbrück oder Helmut Schmidt, die als jahrzehntelange Berufspolitiker nie die Bedürfnisse des arbeitenden Deutschen verstanden haben und sie nie verstehen wollten. 
Höhepunkt seit 1999 war also der Euro, eine nette Idee, aber eben sehr anfällig: schon allein die Tatsache, dass die Abwertung der Währung als eines der wichtigsten Instrumente, die Zentralbanken in Volkswirtschaften zur Verfügung stehen, von vorneherein unmöglich war, hätte zu denken geben müssen. In Griechenland wird dies nun bitter demonstriert: gefangen in der Währung und in der Rezession, können die Griechen nicht abwerten, es sei denn, sie kehren zur Drachme zurück. Die konstruierte Gemeinschaftswährung, die in der Europa-Euphorie der halluzinierenden Berufspolitiker von 1999 keine Rücksicht auf ökonomische Differenzen in Europa nahm, bricht den Griechen nun das Genick und zieht Deutschland dank Merkels und Schäubles Unfähigkeit zum Eingeständnis mit in den Abgrund.
Hans-Olaf Henkel hat im DLF gestern vorgeschlagen, Deutschland solle sich aus der Eurozone zurückziehen: dem kann ich nur vollen Herzens zustimmen.
Wir brauchen bald Politiker, die die Währungsunion und die EU für gescheitert erklären, ohne damit Europa aufzugeben, ohne in Fatalismus zu verfallen. Die europäische Idee der Schreibtischtäter ist gescheitert. Wir müssen zurückkommen zu demokratischen Konzepten mit Seele, und dies ist und bleibt der organisch gewachsene Nationalstaat: die Bundesrepublik Deutschland.  

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

ein erschreckender letzter Satz...organisch gewachsene Nationalstaat????? was für ein Irrglaube des letzten Jahrhunderts...gescheitert wie der Kommunismus...

Dreyfus hat gesagt…

Wäre der Nationalstaat "gescheitert wie der Kommunismus", gäbe es ihn logischerweise auch nicht mehr bzw. er wäre mittlerweile durch erfolgreichere Alternativmodelle ersetzt worden (wie der Kommunismus in Russland und China schließlich von der Marktwirtschaft ersetzt wurde).
Er wird sich aber auch auf lange Sicht gegen supranationale Modelle wie die EU durchsetzen, da ein zusammenhängender Staat als Legitimation kleinste gemeinsame Nenner braucht, wie etwa Sprache, besser noch eine homogene ethnische Zusammensetzung. In Deutschland ist dies beides gegeben, weswegen man von einem "organisch gewachsenen Staat" sprechen kann. Im Gegensatz zur EU. Deshalb wird ein "Bundesstaat EU" sich nicht durchsetzen, auch wenn es derzeit danach aussieht und es vielleicht auch kurzfristig so kommen wird.

Anonym hat gesagt…

Die EUdSSR wird sich auflösen wie die UdSSR. Die EUdSSR nimmt genau denselben Verlauf wie die UdSSR. Sie ist am Reissbrett geplant und damit die Idee weniger, die davon "ewig" profitieren wollen.
Ohne den Willen der Bevölkerung läuft nur kurzzeitig was. Wenn es der Bevölkerung zu teuer wird, ist das ganze zu Ende.

Dreyfus hat gesagt…

Sehe ich ähnlich. Ob gewollt oder nicht - ist es nicht interessant, dass sich die Exekutivfunktionäre der EU "Kommissare" nennen? Genau dieselbe Bezeichnung also, die die sowjetischen Funktionäre innehatten. Eine ironische Parallele.
Auch der kürzlich von Merkel und Sarkozy vorgebrachte Vorschlag einer gemeinsamen Wirtschaftsregierung ist symptomatisch: Man hat bereits zahlreiche Organe (die wirkungslos sind und faktisch keine Bedeutung haben), will nun aber noch ein bürokratisches Monster schaffen. Am Ende entscheiden aber sowieso wieder der Hosenanzug und Napoleon.
Es ist ein absurdes Theater, was sich dort abspielt. Wäre es nicht so kostspielig für uns alle, könnte man darüber lachen.

Anonym hat gesagt…
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Dreyfus hat gesagt…
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Anonym hat gesagt…
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Dreyfus hat gesagt…

Danke für den Link. Sehr interessanter Kommentar. Was halten Sie von der gestrigen Entscheidung (Schuldenschnitt und Hebelung?)
Mehr zum Aufschneider Steinbrück habe ich diese Woche gepostet.

Anonym hat gesagt…
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Dreyfus hat gesagt…
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Anonym hat gesagt…
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