Mittwoch, 8. Juni 2011

DEUTSCHLANDFUNK AUF ABWEGEN: EVA WOLK FEAT. CHRISTIANE LICHT

Der Deutschlandfunk ist eine Bastion. Einer der wenigen guten Gründe, GEZ-Gebühren zu zahlen. Ja, ich denke, kein privater Radiosender würde es hinbekommen, das Tagesgeschehen so vielfältig aufzubereiten wie der Deutschlandfunk und dabei meist noch recht unterhaltsam zu sein. Doch genug der Sabbelei. Es gibt Ausnahmen von der Regel.

Never underestimate the Deutschlandfunk
Manchmal werden die Tage beim Deutschlandfunk auch seeehr laaang. Das Gefühl hat man zumindest bei einigen der Themen, die einem ab und an unter die Nase gerieben werden. Heute in der "Länderzeit", live aus Schwerin, ging es um Kinderarmut und Hilfestellungen für sozial benachteiligte Familien. Na gut. 

Kannten Sie Louis Bangs? Einer der wenigen eingefleischten indischen Jazzmusiker, der in den Sechziger und Siebziger Jahren in Kalkutta Acid Jazz spielte und eine kleine, aber lebhafte Fangemeinde rekrutierte? Nein? Dann hören Sie mal besser den Deutschlandfunk!

Highlight aus der Ecke "Skurrile Themen verquaster und gelangweilter Journalisten" war heute ein Beitrag in der immer wieder zum sich erhängen langweiligen Sendung "Campus und Karriere". Gähn! Um was ging's? 

Sendungsbestimmendes Thema waren heute innovative und erfindungsfreudige Studenten. Eine davon ist Christiane Licht aus Münster, die eigentlich Medizin studiert, sich aber auch für Musik und Geheimschriften interessiert und sich doch tatsächlich folgende Frage stellte:

"Wieso müssen verschlüsselte Botschaften eigentlich auch immer danach aussehen?"

Und sind wir doch mal ehrlich: Stellen wir uns nicht täglich insgeheim genau diese Frage? Wir sind permanent mit Geheimschriften konfrontiert, wissen aber eigentlich genau, dass sie auch anders (sprich: viel "peppiger" und "fetziger") aussehen könnten!
Doch die angehende Ärztin hat sich zu dieser geradezu thrillerhaft spannenden Thematik noch weitere Gedanken gemacht. Lesen Sie selbst:


"Die Grundidee war, die häufigste Note in deutschen Musikstücken mit dem häufigsten deutschen Buchstaben zu verschlüsseln. Der häufigste deutsche Buchstabe ist bekannt, das ist das E, gefolgt vom N, vom A ... A. Bei der Suche im Internet nach der häufigsten Note gab es nichts. Es hatte noch niemand geforscht, was die häufigste Note in Bach-Stücken ist oder die häufigste Note in Volksliedern. Und dann habe ich mich daran gemacht, Noten zu zählen gemacht - und habe 40.000 Noten von Hand gezählt, bei Bach, Vivaldi und Mozart, um wirklich zu wissen, was die häufigste Note ist. Und ich hab also alle Noten, die gezählt worden sind, addiert, und geguckt, welche Note ist denn hier die häufigste. Und das war das D2 ..."

Hmmm...also angenommen, der DLF veräppelt uns hier nicht, dann hat diese Dame wirklich 40.000 Noten von Hand gezählt. Und sich gefragt, warum noch niemand in der Geschichte der Menschheit auf die Idee gekommen ist, die häufigste Note in Bach-Stücken und Volksliedern zu zählen. 

Ein Fall für die Psychiatrie? Vielleicht.

Doch vermutlich ist die Therapie einfacher: gesucht wird von nun an dringend ein junger Münsteraner mit sozialem Gewissen, der Christiane Licht in jeden Club, auf jeden Wet-T-Shirt-Contest mit anschließendem Wodka-Vollsuff, in jede Spielhalle und auf jeden öffentlichen Platz begleitet, so dass sie NIE mehr auf die Idee kommt, Noten von Hand zu zählen, Geheimschriften zu vertonen oder andere "innovative" Ideen zu produzieren. Ein schwieriges Unterfangen, zugegeben, doch hier ist Not am Mann.

Dass sich verquaste Menschen an Universitäten tummeln, ist nichts Neues. Dass die Redakteure des DLF ein beispielloses Talent haben, verquaste Menschen in ganz Deutschland aufzuspüren, um sie im Radio zu "featuren", ist auch kalter Kaffee.


Aber mal ganz ehrlich, Eva Wolk (hat den Beitrag erstellt): haben sie hier nicht den Bogen etwas überspannt?
 












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