Mittwoch, 15. Juni 2011

MICHELLE BACHMANN - EINE KANDIDATIN, WIE ES SIE NUR IN DEN USA GEBEN KANN

Michelle Bachmann kandidiert nun offiziell für das Amt des US-Präsidenten.
Was hat das zu bedeuten?
Zunächst sollten sich die US-Demokraten und alle Sympathisanten Präsident Obamas in Europa über diese Nachricht freuen. Denn das republikanische Lager entfernt sich durch die Kandidatur Bachmanns noch weiter von der politischen Mitte und driftet weiter ins rechtskonservative Niemandsland, das im Kern aus Parolen gegen eine angeblich sozialistisch motivierte staatliche Übernahme der USA durch Obama agitiert, sich also fern jeglicher Realität befindet.
Bachmann, so der US-Comedien Bill Maher vor einigen Wochen, stellt eine Alternative für diejenigen amerikanischen Wähler dar "who find Sarah Palin too intellectual". Damit wäre auch fast alles gesagt. Bachmann ist radikal, ohne intellektuell zu sein, gefällt sich in der Pose der die Verfassung verteidigenden Heartland-Amerikanerin, die gegen linke Medien und das böse Establishment angeht und hinterlässt dabei fast immer den traurigen Eindruck, nicht verstanden zu haben, von was sie redet.
Dabei hätten die Republikaner 2012 durchaus Chancen, Obama zu schlagen. Dieser erfreut sich zwar großer Beliebtheit (vor allem nach Bin Ladens Tötung), schafft es aber nicht, die US-Wirtschaft in Schwung zu bringen. Da schon Bill Clinton wusste, auf welches Feld es im Wahlkampf im Zweifel immer ankommt ("It's the economy, stupid"), weiß Obama wohl ebenfalls genau um seine größte aktuelle Baustelle.
Trotzdem muss er sich bislang keine Gedanken machen. Die Kandidaten der GOP sind schwach. Huckabee tritt gar nicht erst an, Trump war von Anfang an eine Witzfigur. Mitt Romney wird chancenlos bleiben, nicht zuletzt aufgrund seiner Mormonen-Religion, die selbst Amerikanern als recht durchgeknallt aufstößt. Tim Pawlenty ist ein blasser Kandidat, Huntsman relativ unbekannt. Sollte also am republikanischen Himmel nicht noch ein Stern aufgehen, der ähnlich hell leuchtet wie der Obamas 2008, ist nicht damit zu rechnen, dass das Rennen nächstes Jahr sonderlich knapp wird. Michelle Bachmann jedenfalls wird dafür nicht sorgen.  

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