Samstag, 26. November 2011

Auf ein Letztes: Reaktionen zu di Lorenzo/Lügenbaron

Es ist schön zu sehen und beruhigend zu wissen, dass es in diesem Land noch genügend Journalisten und Medienleute gibt, die nicht auf die schäbige Comeback-Farce mitsamt "Zeit"-Propaganda des Duos zu Guttenberg/di Lorenzo reingefallen sind.
Auf die kritischen Worte von Jakob Augstein habe ich bereits gestern hingewiesen. Ich will des weiteren auf die Deutschlandradio-Interviews mit FAZ-Redakteur Jürgen Kaube hinweisen, der in aller Deutlichkeit zum ehemaligen Intellektuellenblatt "Die Zeit" Stellung bezieht, das sich unter der Ägide des kleinen di Lorenzo zum Steigbügelhalter für Celebrities entwickelt hat (siehe auch Artikel in diesem Blog. Auch der Medienwissenschaftler Stefan Weber nimmt in seinem Statement zum Lügenbaron kein Blatt vor den Mund. Interessant ist in diesem Interview vor allem die letzte Passage, in der Weber auf die von zu Guttenberg vorgegebene Totalamnesie beim Kopieren fremder Texte eingeht. Auch ich habe in der ganzen Geschichte als einen der größten Lacher empfunden, wie der Gutsherr seinen Betrug rechtfertigt: er habe nicht absichtlich abgeschrieben und am Ende nicht mehr gewusst, welche Texte von ihm und welche von anderen Autoren stammten. Diese unglaubliche Aussage zerpflückt Weber mit aller gebotenen Schärfe.
Zu guter letzt hier noch ein Link zu einem SZ-Online-Interview mit dem Rechtsprofessor Oliver Lepsius, der von seiner Einschätzung von Anfang des Jahres, zu Guttenberg sei ein Betrüger, nicht abrückt, sondern diese gar noch bekräftigt.
Ansonsten ist von meiner Seite zu diesem Thema zunächst alles gesagt. Noch größer als meine Hoffnung, zu Guttenberg niemals wieder in einer aktiven Rolle in der Bundespolitik zu erleben (dies halte ich nach seinem gescheiterten Comebackversuch für sehr wahrscheinlich) ist aber mein Wunsch, dass es einen (Achtung Phrase!) Aufstand der Anständigen in der Hamburger "Zeit"-Redaktion gibt und Napoleon di Lorenzo entmachtet wird. Jedem anständigen Journalisten muss es den Magen umdrehen beim Gedanken, einen Vorgesetzten zu haben, der intellektuell überfordert ist, ein altehrwürdiges Medium als Steigbügelhalter für abgehalfterte Polit-Promis instrumentalisiert/mißbraucht, das Blatt zum Celebrity-Beliebigkeits-Bazar umgestaltet hat und einem überführten Betrüger den Hof macht.
Ist es nicht besonders schäbig, dass der "Journalist" di Lorenzo in "seinem" Blatt Werbung für sein Buch macht? Sollte hier nicht ein ehrbarer Mann eine klare Trennlinie ziehen? Aber ich vergaß: di Lorenzo ist kein ehrbarer Mann.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

wie hat sich di lorenzo eigentlich auf den chefposten hochgebumst??????