Donnerstag, 3. November 2011

Charlie Hebdo und eine (leider) verbreitete Meinung

Da ich soeben auf Huffington Post einen erschreckenden Kommentar einer Bloggerin 
zu den Brandanschlägen auf die Redaktion des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo gelesen habe, will ich mich ebenso dazu äußern.
Im verlinkten Kommentar nämlich findet sich eine Einstellung wieder, die auch in Deutschland nicht unbekannt ist, und die ich folgendermaßen paraphrasieren will:
Wenn man Witze über religiöse Figuren macht [sprich, Witze über Dinge und Personen, die anderen heilig sind] muss man damit rechnen, dass so etwas (wie Brandanschläge) passiert. Zwar ist es nicht legal, Selbstjustiz zu verüben, aber in gewissem Sinne haben die Satiriker diese Reaktionen provoziert.
Diese Einstellung grassiert in Deutschland. Man gibt den Opfern die Schuld. Sie seien es doch, die provoziert hätten, und deshalb müssen sie eben auch damit rechnen, Opfer von Gewalt zu werden.
Diese Sichtweise ist zum Kotzen. Sie befürwortet Gewalt (wenn auch nicht ganz offen), sie diffamiert das Recht auf freie Meinungsäußerung. 
Hoffentlich wird die nächste Ausgabe von Charlie Hebdo noch bissiger, noch aggressiver und tabuloser. Es wäre schade, wenn Islamisten es wieder geschafft hätten, westliche Medien mit Gewalt einzuschüchtern, wie es schon im Zuge der Veröffentlichung der Mohammed-Cartoons der Fall war.  

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