Donnerstag, 24. November 2011

Gesucht und gefunden: di Lorenzo/zu Guttenberg, das inhaltsfreie Traumpaar der Medien

Giovanni di Lorenzo, Einfaltspinsel, Schaumschläger, dessen unsägliche Regentschaft als "Zeit"-Chefredakteur in diesem Blog bereits besprochen wurde, bleibt seiner Linie als inhaltsleerer Celebrity-Arschkriecher treu und hat in der dieswöchigen "Zeit" ein langes Interview mit seinem politischen Pendant, dem eitlen Betrüger und Privatier Baron Karl-Theodor zu Guttenberg, ehemals Dr.jur., veröffentlicht.
Zur Relevanz des Interviews ist jeder Kommentar überflüssig. Die "Zeit" ist ja schon lange kein relevantes Blatt mehr. Trotzdem darf die Veröffentlichung dieses Quatschgesprächs, dieser Lobhudelei auf die eigene vermeintliche Größe, als neuer Tiefpunkt vor allem in Napoleon di Lorenzos Karriere gelten, der sich ja schon mit seiner leeren NDR-Talkshow "3 nach 9" völlig dem Celebrity-Kult verschrieben hat.
Doch es wird nicht beim "Zeit"-Gespräch bleiben: Der "Herder"-Verlag hat Lunte (bzw.Euros) gerochen und sich gleich dazu entschlossen, einen "Gesprächsband" (seeehr witzig, Herder-Verlag!) dieser beiden Knalltüten in Buchform herauszugeben. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen!
Dass der kleine Giovanni sich regelmäßig an Helmut Schmidt hängt, um ein wenig von der geistigen Größe eines tatsächlichen Intellektuellen zu erhaschen, ist ja hinlänglich bekannt. So unnötig di Lorenzo in diesem Duo auch ist und immer war, so war wenigstens einer der Gesprächspartner es wert, dem Gesprochenen/Geschriebenen zu folgen (allerdings würde ich jedem den Gesprächsband zwischen Fritz Stern und Helmut Schmidt empfehlen, da in diesem beide Gesprächspartner auf hohem Niveau streiten).
Dass di Lorenzo nun aber dem Betrüger und Oberflächenkratzer zu Guttenberg huldigt, darf keinen mehr überraschen und ist für einen "Zeit"-Chefredakteur trotzdem von bislang beispielloser und ungekannter Niveaulosigkeit. Vielleicht hat ja Lebensabschnittsgefährtin Sabrina Staubitz di Lorenzo dieses Gespräch abgerungen, weil sie den "Gutti" so toll findet wie jede gehirnlose andere Person in dieser Republik.
Nach Lektüre der Zusammenfassung des Interviews auf "Spiegel Online" gibt es wie erwartet keine neuen Erkenntnisse, keine Highlights, keine Ideen, sondern vor allem Platitüden, weitere Lügen (Guttenberg habe nicht abgeschrieben) und die seltsame Behauptung, eine indische Ärztin habe festgestellt, er brauche eigentlich gar keine Brille (what the fuck?).
Es bleibt der Eindruck zurück, zu Guttenberg denke, allein äußerliche Veränderungen würden den Weg zu einem Comeback ebnen. Das Schlimme daran ist, dass er damit vermutlich recht hat. Jetzt bringt er sich so langsam in Position, und spätestens in einem Jahr hat die politische Elite die Verfehlungen des eitlen Gockels bereits tunlichst vergessen.
Giovanni di Lorenzo scheint das zu gefallen. Da er weder Format noch eigene Meinungen besitzt, überlässt er den Lügnern der Republik die Bühne. Ein Heribert Prantl oder eine Bettina Gaus haben fachlich fundierte Meinungen zu Themen, ein di Lorenzo führt Interviews mit Stars. Warum er sich als Journalist bezeichnet, ist sein höchstprivates Geheimnis.
Nett auch, zum Abschluss, zu Guttenbergs Behauptung, er sei und werde immer ein zoon politikon bleiben. Dies ist als Warnung zu verstehen: zu Guttenberg kommt zurück, und vermutlich wird er für immer bleiben.
 

Kommentare:

Dreyfus hat gesagt…

Nachtrag: ist es nicht interessant, dass zu Guttenberg sich für seine Interviews regelmäßig "Journalisten" aussucht, die keine Fachkompetenz aufweisen?
Nach Afghanistan ließ er Kerner einfliegen, medial aufwändig inszeniert. Fachliche Fragen? Fehlanzeige. Nun Napoleon di Lorenzo. Fachliches Gespräch? Keines. Thema: zu Guttenberg, zu Guttenberg und zu Guttenberg.

Anonym hat gesagt…

He he he.....sehr schön!
Die Lorenzische Plattform für schillernde Blendergestalten
schreckt mich vor der Zeit immer mehr ab!

Dreyfus hat gesagt…

Ja, sehr schade! Dabei könnte man eine Wochenzeitung wie die "Zeit", die die Dinge mit etwas Distanz kritisch und ausführlich hinterfragt (was die Tageszeitungen nicht können) durchaus gebrauchen. Umso tragischer, dass sie unter di Lorenzos Ägide in ein Celebrity-Blatt mit intellektueller Verpackung mutiert ist.

Anonym hat gesagt…

Das haben Sie fein beobachtet, Herr Dreyfus.
Ich bin gespannt. Wenn er doch was drauf hat und in sich gegangen ist, macht er einen gscheiten PhD da drüben, denkt wirklich mal nach, und wartet ein paar Jahre ab. Dann wäre er wirklich ernstzunehmen bei Rückkehr. Wenn er nichts drauf hat, ist er im nächsten Sommer schon wieder hier, kann mir nicht vorstellen, daß es dann aber für das große Ding reichen wird.
Im übrigen haben Sie auch Recht mit der Zeit und dem guten Giovanni. Ich dachte mal, die Zeit hat wenigstens noch etwas Substanz, aber das Promi-Gedöns im Magazin ist mittlerweile,
well, not acceptable. Ich bin jetzt 42 und will nicht mehr zugemüllt werden, Zeitung, Fernsehen, Kirche, alles gecancelled. Kostbare Lebenszeit und Aufmerksamkeit nur noch, wo es wert ist. Wenn der Krebs geheilt wird, werde ich auch so erfahren. In diesem Sinne, alles Gute, Dr. O. Hauck aus M.

Dreyfus hat gesagt…

Im Prinzip gebe ich Ihnen Recht. Eigentlich sollten Bücher das einzige Medium sein, das man regelmäßig konsumiert, eine Tageszeitung ab und an vielleicht noch.
Aber auch bei Büchern kann einem übel mitgespielt werden: ich habe da von einem gehört, das bald im Herder-Verlag erscheint...aber Sie wissen ja, was ich meine.

Anonym hat gesagt…

... genau, und wahrscheinlich dichtet auch Fräulein Roche schon an einem neuen Oeuvre, mit dem sie die Massen beglücken wird, und das ZEIT Magazin wird wieder ganz vorne mit dabei sein, nur diesmal ohne mich Gott sei Dank. Die Dummheit der Massen ist nicht zu ändern, aber wo man seinen eigenen Fokus setzt, das kann man kontrollieren. Alles andere wird gnadenlos ignoriert. Ein bisserl hilft es auch zu sehen, daß das Elend woanders noch viel größer ist, siehe zB. der Cavaliere von Italy, oder die Tea-Party in USA, viel größerer Schaden wird da angerichtet.
Beste Grüße Dr. O. Hauck aus M