Donnerstag, 15. Dezember 2011

Hans-Ulrich Jörges ist...

...ein Proll.

In der verlinkten Folge von "Hart aber Fair" von diesem Montag ist mir neben der allgemeinen Hohlheit und Opportunismus Jörges' Äußerungen erstmals aufgefallen, wie rüpel- und proletenhaft er diese oft vorträgt.

Er ist meist deutlich lauter als die anderen Diskutanten, fühlt sich fast immer angegriffen oder befindet sich selbst in der Attacke auf jemanden, meist auf eine ziemlich diffus definierte Gruppierung, und an fast jeden seiner Sätze hängte ich in Gedanken ein lautes: "Das ist doch so! Das kann man doch nicht ernsthaft bestreiten!" Und immer passte es perfekt zur gerade von Jörges geäußerten Phrase. Natürlich ist es nicht gerade ein Ausdruck der Qualität des eigenen vorgetragenen Arguments, wenn man diese zwei Bekräftigungssätze anhängen muß. Genau deshalb aber redet Jörges so. Seine Argumente sind keine, allenfalls lahme Allgemeinplätze, die er nur wiederkäut. Darum muss er sie als universale, neuartige und einzig wahre Erkenntnisse darstellen. 

Stefan Gärtner beschrieb einen Teilaspekt des Phänomens Hans-Ulrich Jörges einmal so:



"So nämlich formt und rundet sich's gleich aufs beweiskräftigste: hier der Opinion Leader, der sein Hausblatt jede Woche u.a. mit einer 'Zwischenruf' genannten Kolumne bestückt, da zwei Millionen 'Stern'-Leser, die den prima Schleim genau so regelmäßig wegschlucken und dann eine 1a Politikverdrossenheit entwickeln, über die Hans-Ulrich Jörges sich dann wieder beklagen kann; 'Autopoiesis' (Prof. Luhmann) wie aus dem Lehrbuch.
 Die Meinungen, die Jörges so unters Lesevolk rührt, bestehen dabei aus einer Mischung aus Anstandsbeschwörungen ans Politikervolk, dem Wunsch nach weniger Staat und mehr Bürgerverantwortung und dem Hohelied grundsätzlicher Vereinfachung in grundsätzlich allem, was sich in Jörges' stets vom 'gesunden Menschenverstand' durchwehten Ideen auch sehr schön niederschlägt [...]."

Man muss nur eine einzige Talksendung mit Jörges' Beteiligung der letzten Zeit ansehen, um festzustellen, dass Gärtners Analyse aus dem Jahr 2006 heute immernoch und mehr denn je gültig ist. Gärtner seziert in seinem Buch Man schreibt Deutsh: Hausputz für genervte Leser einige Eigenarten in Jörges' Schreiben und Charakter. Vor allem zeigt er darin auf, wie inhaltlos und rein auf Phrasen und Allgemeinplätzen basierend das Werk des Dampfplauderers aus Bad Salzungen eigentlich wirklich ist (nicht, dass man es nicht schon gewusst hätte, aber Gärtners Analyse ist ausführlich und witzig).

Hans-Ulrich Jörges ist ein Kollaborateur, ein Opportunist, verlangt verdächtigerweise immer wieder "Führung" von Politikern (nett auch Jutta Ditfurths halb entrüstete, halb ironische Frage in Hart aber fair: "Herr Jörges, sie wollen geführt werden?", bei der man sich des  Eindrucks nicht erwehren konnte, dass Jörges sich hier zumindest für einen Moment ertappt fühlte.) Kurzum: Journalistische Distanz, die, so man hört, zu den Grundpfeilern eines Qualitätsjournalisten gehört, ist für "Uli" Jörges ein Fremdwort. Er sehnt sich nach Führung, nach Mut und vermutlich auch nach einem Ruck, der durch die Republik geht.


Der doofe Spruch über die Sehnsucht der Deutschen nach Untertanentum und Servilität: manchmal hat man das Gefühl, er sei wirklich war.

















1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Aber hallo!
Und welche Meinung hat der eigentlich noch nicht vertreten? Außendienstler von Springer, plumpstes Niveau.