Montag, 20. Februar 2012

Guten Tag, Ulrich Hartmann ("SZ")!

In der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung (Ausgabe Nr.42, Seite 25) geben Sie im "Wie Zweitklässler" überschriebenen Artikel über die Bundesligapartie Bayer 04 Leverkusen - FC Augsburg vom vergangenen Samstag folgendes zum Besten:

Wenn ein Zweitklässler von einem Drittklässler verhauen worden ist, dann freut er sich, dass es auch noch Erstklässler gibt. Die Leverkusener Fußballer haben Vertrauen gezogen aus der Tatsache, dass sie ihr ramponiertes Selbstbild nach den 1:3-Prügeln gegen den großen FC Barcelona mit einer Genugtuung gegen den kleinen FC Augsburg wieder aufpolieren konnten.

So weit, so schlecht, Herr Harmann. Zunächst zu Ihrer Schul- und Klassenmetaphorik:
wenn, wie Sie offenbar meinen, der FC Augsburg der Erst- und Leverkusen der Zweitklässler ist: wäre der FC Barcelona dann nicht vielmehr der Abiturient, also der Dreizehntklässler? Oder aber, wenn wir die Metapher auf die Grundschule einschränken, wenigstens doch aber der Viertklässler?

Oder anders gefragt: wenn, wie Sie zusammenschludern, der FC Barcelona, der ja so allgemein immernoch als bester Klub der Welt gilt, also Drittklässler ist - wer sind dann eigentlich die Viertklässler?



Des weiteren: sind sie sich sicher, dass Bayer 04 Leverkusen, im Niemandsland der Bundesliga vor sich her dümpelnder Chemieklub, krisenschgeschüttelt, Ballack-geplagt, tatsächlich ein "ramponiertes Selbstbild" von der standesgemäßen 1:3-Pleite gegen besagten FC Barcelona davontrug?

Oder ist es nicht vielmehr so, dass seit Amtsantritt "Lobin" Dutts das Selbstbild schon kontinuierlich über den Saisonverlauf ganz nett gelitten hat, und die 1:3-Pleite gegen den Messi-Klub am Dienstag doch eher erwartbar, vom Ergebnis her eigentlich vielleicht sogar ganz okay war? Oder sind Sie so ein Bayer 04-Fan, dass Sie tatsächlich einen fulminanten Heimsieg erwartet hatten?



Viele Fragen, ich weiß. Sie können sich ja mal ein paar Antworten überlegen!

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