Mittwoch, 1. Februar 2012

Ist das deutsche Wirtschaftsmodell wirklich vorbildlich?

P.E.Gobry über die Verfehlungen des fälschlicherweise gerühmten deutschen Wirtschaftsmodells:

"L'injustice sociale, surtout. La compétitivité allemande à l'export a été obtenue grâce à une politique nationale concertée de pression sur les salaires. Salaire bas contre emploi : les patrons y gagnent évidemment, mais les syndicats aussi, puisqu'ils ont plus de membres et de pouvoir. Qui y perd ? La classe ouvrière et moyenne allemande, dont les revenus en termes réels n'ont pas augmenté depuis dix ans. Cette politique orientée autour de l'exportation et de l'industrie a donc eu pour effet d'appauvrir sévèrement l'immense majorité des allemands, une injustice sociale criante."

Wie Gobry richtig ausführt, verdankt Deutschland einen Großteil seines Wirtschaftswachstums der letzten Jahre einem verheerenden Lohndumping zu Lasten der Mittelschicht, deren Reallöhne seit zehn Jahren nicht mehr gestiegen sind.

"Schreiende soziale Ungerechtigkeit" nennt es Gobry. Was sind die Folgen? Die Löhne der Mittelschicht, die trotz boomender Wirtschaft nicht steigen, führen dazu, dass der Binnenkonsum ebenfalls verkümmert und somit eines der Hauptprobleme der deutschen Wirtschaft, nämlich die fatale Abhängigkeit vom Export, verstärkt. Sollten die deutschen Maschinen im Ausland einmal weniger Nachfrage erfahren, würde dies die deutsche Wirtschaft empfindlich treffen. Das sieht in Frankfreich z.B. anders aus.

Die französische Wirtschaft profitiert von stärkerer Binnennachfrage, die wiederum Resultat von höheren Löhnen in der Mittelschicht ist. Der Dienstleistungssektor ist viel stärker ausgeprägt als die Industrie, genau umgekehrt wie in Deutschland. Das ist nicht immer unbedingt besser; allerdings ist die einseitige Exportabhängigkeit Deutschlands sicherlich gefährlicher.

 

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