Montag, 30. April 2012

Russell Brand

In Großbritannien wurde der angebliche Comedian, hauptberufliche Celebrity und ehemalige Junkie Russell Brand als Experte in einen Ausschuss ("Home Affairs Select Committee") geladen und zum Thema Drogen angehört.
Das will ich hier einfach einmal wirken lassen und mit gewisser Erleichterung zur Kenntnis nehmen, dass mir aus der BRD gottlob kein solcher Fall bekannt ist.
Peter Hitchens hat dazu ebenfalls eine Meinung.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Genau, besser man läßt Betroffene erst gar nicht zu Wort kommen. Wo kommen wir auch hin, wenn man auf einmal Leute zu Themen vorsprechen lassen, die nicht nur mal von irhgendwas gehört haben, sondern EIGENE Erfahrungen gesammelt haben?! Da könnte man ja gleich anfangen, sich unvoreingenommen über ein Thema eine Meinung zu bilden!

A.L.Dreyfus hat gesagt…

Brand wurde explizit als "Experte" angehört, nicht als "Betroffener". Damit stand er auf der selben Ebene wie Wissenschaftler, die sich über Jahre hinweg mit dem Thema beschäftigt haben. Heroinsucht ist meiner Meinung nach kein Ausdruck von Expertise.
Sich unvoreingenommen eine Meinung zu bilden halte ich für wichtig. Genau DESHALB sollte dem Urteil von Ex-Junkies NICHT zuviel Gewicht beigemessen werden, denn ihre Meinung ist SUBJEKTIV und voreingenommen, während Menschen ohne Drogenhintergrund zu einem objektiveren Urteil fähig sind.

Jedes Gremium würde zudem seiner Glaubwürdigkeit einen großen Gefallen tun, wenn es "Otto-Normal-Junkies" laden würde und nicht Celebrities. Und schon gar nicht Russell Brand, dem jede Plattform recht ist, seine eigene Sache zu promoten (sprich: sich selbst).

Anonym hat gesagt…

Ich hab mir den Artikel durchgelesen. Das er als "Expert" angehört wurde, ist allein die Sichtweise bzw. Zuspitzung von Hitchens. Er hat dort lediglich über seine Erfahrungen berichtet. Aus keinem Satz geht hervor, das er als "Drogenexperte" angehört wurde.

Ansonsten gebe ich dir aber recht, das es besser wäre den Otto-Normal-Junkie anzuhören als ein Celebrity auf Werbetour

A.L.Dreyfus hat gesagt…

Die offizielle Bezeichnung der Repräsentanten lautet "witness", nicht "Experte", was aber eine rein semantische Frage ist.
Das Entscheidende ist eben, dass Brand die selbe Plattform gewährt und gleich viel Zeit entgegengebracht wurde wie den Repräsentanten der anderen Fraktion, die aus Hitchens selbst, Mary Brett und Kathy Gyngell bestand und die sich seit Jahren mit der Thematik auseinandersetzen (im Gegensatz zu Brand)
Aber Du kannst dir ja selbst die Anhörung ansehen:
http://www.parliamentlive.tv/Main/Player.aspx?meetingId=10674&st=12:07:25