Montag, 8. Oktober 2012

V.Ferres glaubt an Gott

V.Ferres glaubt an Gott. Seit sie ihm Koma lag. Sagt sie C.Hoffmann von Bild online gesagt.

Was sie so sicher mache, dass es ihn, Gott, gebe, fragt C.Hoffmann von Bild Online nach. Daraufhin öffnet sich der Mund von V.Ferres,  und heraus kommt das:

"Das war vor 13 Jahren. Ich lag mit einem Tropenvirus mehrere Tage im Koma. Es war nicht sicher, ob ich zurückkommen würde. Ich hatte Nahtod-Erfahrungen. Es war Licht da und warm. Ich war irgendwo zwischen dem Hier und dem Jenseits. Da habe ich Gott gespürt. Danach musste ich alles von Neuem lernen. Sprechen, gehen ...“

Zurückgekommen ist sie, V.Ferres, ja, wie wir wissen. Warum aber glaubt sie an Gott, wenn der doch zum einen (allmächtig, wie er ist) für ihre Erkrankung an einem Tropenvirus verantwortlich zeichnet als auch für ihre daraus folgende Unfähigkeit, zu sprechen und zu gehen als auch für den aus dieser Unfähigkeit resultierenden, mühsamen Genesungsprozess?

Oder meint die Ferres, sie glaube an die Existenz Gottes? Leider ist die Antwort von V. Ferres hier etwas undifferenziert. Möglich ist ja schließlich auch, dass sie zwar (wegen ihrer Nahtoderfahrungen) "spürt", dass es Gott gibt (?), dass sie aber gleichzeitig sich von ihm abwendet, da dieser ja gemein zu ihr war und sie mit einer gefährlichen Tropenkrankheit und Sprech- und Gehproblemen ausstattete. V.Ferres scheint aber nur ihre Genesung auf Gott zu schieben und dafür dankbar zu sein. Die Krankheit bringt sie, V.Ferres, gar nicht mit ihm in Verbindung. Kann es denn sein, dass sie vergessen hat, dass Gott allmächtig ist?

Ob sie je sauer auf Gott gewesen sei, will C.Hoffmann wissen. Darauf die künftige Milliardärsgattin:
„Nein, aber oft frage ich mich: Ist das wirklich gerecht? Meine Mutter starb vor zwölf Jahren an den Folgen eines schweren Schlaganfalls mit nur 66 Jahren. Ihr Tod ist bis heute mein schlimmster Verlust."

Ist das gerecht, dass Gott der einen eine Tropenkrankheit verpasst, sie wieder ins Leben zurücklässt, während er der anderen das Geschenk eines Schlaganfalls zukommen lässt, der dann halt tödlich ist? V.Ferres scheint es für gerecht zu halten. Schließlich glaubt sie ja an Gott. Sonst müsste sie sagen, nein, sie könne nicht an einen Gott glauben, der kleinen Kindern Leukämie "beschert" und Schwerverbrecher über 100 Jahre alt werden lässt. Sie müsste sagen: "Dass meine Mutter an einem Schlaganfall stirbt und ich mit einer Tropenkrankheit davonkomme, das ist willkür. Willkür ist nicht gerecht. Deshalb glaube ich nicht an Gott. Auch wenn es ihn gibt."

Doch diesen Gedanken bringt V.Ferres nicht zu Ende. Kann sie ihn nicht konsequent zu Ende denken? Oder hört es sich einfach besser an, an Gott zu glauben? Zumal wenn man in einem neuen ZDF-Rentnerfilm die Pastorin Lena Fauch spielt, wie V.Ferres.

Was sie tröste, will C.Hoffmann von V.Ferres in Erfahrung bringen. Ohne Gott hätte sie den Verlust ihrer Mutter nicht verarbeiten können, entgegnet V.Ferres, ohne dabei die Frage zu beantworten. Ohne Gott, der, setzt man seine Existenz und Allmächtigkeit voraus (was Gläubige tun), den Tod ihrer Mutter veranlasst oder zumindest geduldet hat, könne sie denselben Tod nicht verarbeiten, so V.Ferres.  

Sie sei, so V.Ferres, aus der katholischen Kirche aus- und wieder eingetreten. Über ihre Motive für den Austritt lässt V.Ferres uns im Dunkeln. Ob sie wegen des Todes ihrer Mutter wieder eingetreten sei, interessiert sich C.Hoffmann von Bild Online. Ja, entgegnet V.Ferres. Der Glaube lehre uns, so V.Ferres weiter, dass der Tod nicht das Ende von allem sei. Das, so V.Ferres, sei ein tröstlicher Gedanke.



 

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