Mittwoch, 1. Mai 2013

Herr Hoeneß wälzt sich / Der erbärmliche Sinkflug des "Zeit"-Niveaus

"Ich schlafe sehr schlecht, ich schwitze sehr viel in der Nacht, was ich eigentlich gar nicht kenne. Ich wälze mich und wälze mich. Und dann wälze ich mich nochmal."

Armer Ulrich Hoeneß. Da hinterzieht man jahrelang Steuern, redet vom hohen Roß herab und verhält sich hintenrum asozial, zockt mit Millionen vor lauter Überdruß: und dann geht es einem schlecht! 

Ist es nicht interessant, dass es dem rotbackigen Bayern jetzt schlecht geht, nachdem alles öffentlich geworden ist? Nicht also die Tat bereitet ihm Bauchschmerzen. Sondern die Tatsache, dass man ihn dabei erwischt hat. Was sagt das über den hemdsärmeligen Freund schäbiger Politatrappen (Seehofer) aus?

Das Zitat übrigens ist aus der "Zeit", die eines in ferner Vergangenheit liegenden Tages einmal eine seriöse Wochenzeitung war, die sich mit Politik, Gesellschaft und Kultur befasste. Das ist lange her. Heute gibt es von Guttenberg- und Hoeneß-Interviews, Haustiere mit Tablet-PCs im Mund und selbstgerechtes Braten im eigenen Saft. Aber Hauptsache, man lichtet ab und zu Helmut Schmidt mit Zigarette im Mund ab und verleiht sich so das schale Image des schweren, gesetzten Traditionsblattes. 





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