Donnerstag, 8. August 2013

Fritz Kuhn und Massenmörder Mao revisited: Dogmatismus at its worst

„Fest entschlossen sein, keine Opfer scheuen und alle Schwierigkeiten überwinden, um den Sieg zu erringen.“ 

So zitierte der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn im April aus der "Mao-Bibel" beim Besuch von SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück im April und fügte hinzu: „Ihr Weg ins Kanzleramt hat einen ähnlichen Charakter“.

Diese Geschmacklosigkeit ersten Ranges muss eigentlich jedem gezeigt haben, aus welchem Holz Kuhn geschnitzt ist, und es ist eine beeindruckende Bestätigung der grenzenlosen Selbstgerechtigkeit und Ignoranz der Linken in den Deutschland (zu denen ich auch weiterhin die Grünen rechne, auch wenn sie auf schäbige und verkommene Weise versuchen, sich ans bürgerliche Lager heranzuwanzen und dies in Baden-Württemberg leider auch geschafft haben, ungünstigen Bedingungen geschuldet).

In dieser unverschämten Geschmacklosigkeit, in flapsiger Manier und unterbrochen vom Gelächter der geladenen Journalisten zeigte der kleine Allgäuer und ehemalige grüne Chefideologe Kuhn seine dogmatischen, maoistischen Gedanken. Ich hätte von einem bald 60-jährigen, vernunftbegabten (?) Mann mehr erwartet. Ich habe mich getäuscht. 

Versuchen wir einmal, diese unfassbare Entgleisung logisch zu erklären. Es gibt, wenn man unvoreingenommen an diesen Casus herangeht, nur zwei Erklärungsmöglichkeiten für diese monströse Peinlichkeit. Die Erste: Kuhn ist schlecht informiert und kennt nicht das Ausmaß der genozidalen Verbrechen, die Mao Zedong am chinesischen Volk begangen hat (die geschätzten Opferzahlen seiner gloriosen Herrschaft schwanken zwischen 50 und 70 Millionen, sind aber in jedem Fall höher als Hitlers und Stalins Opferzahlen zusammengerechnet, vermutlich sogar inklusive der gesamten Opfer des Zweiten Weltkriegs). Kann das sein? Kann es sein, dass Kuhn in seiner blinden ideologischen Verblendung nur propagandistische, weißgewaschene Informationen über seinen Helden Mao zu Gesicht bekam? Es ist eigentlich schwer vorstellbar. Es könnte eine Form von kognitiver Dissonanz vorliegen, bei der Kuhns Heldenverehrung so weit geht, dass er alle unwillkommenen Informationen über Mao ausblendet, nicht wahrnimmt, ausfiltert und beiseite schiebt. Dies scheint eine plausible Erklärung zu sein. Dass er irgendwann im Laufe der Jahrzehnte von den Grausamkeiten des kommunistischen Monsters erfahren haben muss, ist eigentlich unumgänglich. 

Es gibt eine zweite Erklärung: Kuhn kennt die Fakten. Sie sind ihm aber egal! In selbstgefälliger Ignoranz baut er darauf, dass infame Äußerungen nicht weiter kommentiert werden, unter den Tisch fallen oder - von Journalisten der taz, Jungen Welt oder Süddeutschen - gar noch unter speichelleckendem Gelächter goutiert werden. Es ist schrecklich, widerwärtig und abstoßend, doch diese Version erscheint mir noch plausibler als Erstere.

Ich weiß aus gesicherten Quellen, dass mein ehemaliger Ethik-Lehrer, Winfried Kretschmann, in seiner Studentenzeit ebenfalls Anhänger Maos war und sogar in entsprechenden studentischen Gruppen aktiv. Kretschmann aber hat sich von dieser Zeit distanziert und sie als "Verirrungen" bezeichnet. Als wahrer Konservativer hat er erkannt, wo der totalitäre Linkssozialismus eines Mao, Ho Chi Minh, Pol Pot, Stalin oder Ceaucescu hinführt: In den Genozid, das Massensterben, das ökonomische Totalchaous, marode, korrupte Strukturen, Überwachung, die Vernichtung jeglicher Privatsphäre und die völlige Zerstörung und Abschaffung von Freiheit, dem höchsten Gut, dass Menschen in Staatengebilden genießen können.

Fritz Kuhn hat das nicht verstanden. Ginge es nach ihm, würde eine grüne Ideologie mit voller Kraft und ohne Rücksicht auf Konservative über Stuttgart und der ganzen Republik hereinbrechen. Auch er würde, genau wie Mao, fest entschlossen sein, keine Opfer scheuen, und alle Schwierigkeiten überwinden. Vielleicht ist dieses Mao-Zitat deshalb das Aufrichtigste, Wahrhaftigste, was jemals über die Lippen dieses verblendeten Springinsfeld gekommen ist.

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