Samstag, 14. September 2013

Die Mär vom ungerechten deutschen Bildungssystem

Wieder einmal singt die Sueddeutsche Zeitung das immergleiche Lied vom angeblich so ungerechten deutschen Bildungssystem. "So ungerecht ist das deutsche Bildungssystem" kräht es von der Online-Präsenz des linksliberalen Leib- und Magenblattes aller Studenten unter 25. Die von Cholerikern und Philistern wie Heribert Prantl und Hans Leyendecker unterwanderte Tageszeitung will den Lesern mit verbissener Penetranz und unerschütterlicher Stoiker bereits seit einem Jahrzehnt weismachen, dass Migranten und Kinder aus Arbeiterfamilien im deutschen Bildungswesen systematisch zu kurz kommen. Schon immer hatte ich ein seltsames Bauchgefühl angesichts dieser den Nannystaat beschwörenden, anklagenden Formel. Außerdem hege ich ein Misstrauen gegen Studien der  OECD und anderer interlateralen Institutionen. Schließlich sind solche Institutionen schon qua ihrer Natur bürokratisch, unfreiheitlich und staatshörig und goutieren daher selbstverständlich eher Bildungssysteme, in denen der Staat für alles und jeden sorgt und einer egalitären Gleichmacherei verpflichtet ist.
Was derlei Institutionen sowie Medien wie die Heilige Süddeutsche Zeitung verwechseln, ist Chancen- und Ergebnisgleichheit. Dass nämlich Chancengleichheit in Deutschland besteht, kann vom gesunden Menschenverstand nicht eine Sekunde lang angezweifelt werden. Dass die Ergebnisse anders ausfallen, wie manche Idealisten es gern hätten, steht auf einem ganz anderen Blatt. Denn für alles kann und soll der Staat bestimmt nicht sorgen. Schließlich gehören auch Fleiß, Eigeninitiative und Intelligenz zum Schulerfolg, also Dinge, die im Wertekanon des Elternhauses angelegt sind - oder eben nicht.
Außerdem ist es nun einmal so, dass es immer gute und schlechte Schüler gegeben hat. Das ist nicht nur ein unveränderliches Faktum des Lebens, sondern auch ein unverzichtbarer
Selektionsmechanismus. Denn was würde passieren, wenn alle Schüler hervorragend wären, Einserabis vorweisen und auf Elitehochschulen gingen? Dann hätten diese Zeugnisse keinen Wert mehr, wären überhaupt nicht aussagekräftig. Nicht alle können Spitzenleistungen erzielen. Wäre dies so, hätten wir es vermutlich nicht mehr mit Spitzenleistungen zu tun, sondern mit einem Etikettenschwindel. Dieser hat leider sowieso schon eingesetzt. Die enorme Anzahl an Abiturienten und Studienanfängern sowie die damit einhergehende Abwertung der Haupt- und Realschulen entspringt genau dieser Eingangs erwähnten Gleichmacherei.
Unter dem Deckmäntelchen des Bildungserfolgs findet eine kolossale Aufweichung von Qualitätsstandards statt, so dass sich in deutschen Hochschulen zusehends Analphabeten tummeln, die Thomas Mann für einen Musikproduzenten halten und Ratzinger für eine Biermarke.
Eine strenge Selektion, höhere Standards und eine Stärkung der Realschulen sind oberstes Gebot, um die fatale Aufweichung des deutschen Bildungssystems zu bremsen. Was aber ganz sicher nicht gebraucht wird, sind mantrahafte Dogmen, die der linksgrünen Gleichmacherei Tür und Tor öffnen und das Leistungsprinzip einem totalitären staatlichen Einheitsbrei opfern.

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