Donnerstag, 12. September 2013

Steinbrücks Stinkefinger und eine Bismarck'sche Perspektive

Das neueste Fettnäpfchen, in das "Peerlusconi" Steinbrück hineingestapft ist, bestätigt alles Schlechte, was man über den Mittsechziger mit dem überschaubaren Kopfschmuck bislang sowieso schon denken musste. Auf dem Cover des Magazins der "Süddeutschen" posiert der Kanzlerkandidat "cool" mit ausgefahrenem Stinkefinger und in Mackerpose. Wieder einmal beweist der sozialistische Dickhäuter und "Genosse", das er selbst in fortschgeschrittenem Lebensalter eine spätpubertäre Phase nach der anderen durchlebt und sich dem halbseidenen Prollo-Milieu mit pseudo-lässigen Gesten und Verhaltensweisen anbiedern muss. Es ist abstoßend und beschämend, nicht mehr und nicht weniger. Steinbrück, das beweist er hier wieder mit demonstrativer Ungeniertheit, ist kein Gentleman und will auch keiner sein. Er ist ein dumpfer Prolet, ein Gernegroß und Aufschneider, der denkt, ein gewisses rhetorisches Talent reiche, um einen Staat wie die Bundesrepublik führen zu können. Damit täuscht er sich allerdings gewaltig. 

Warum, frage ich mich, haben eigentlich viele SPD-Männer ein so offenkundiges Testosteronproblem? Schon Schröder gab den tiefstimmigen, Zigarre rauchenden Parvenü im Maßanzug (wenigstens bewies er mit Brioni halbwegs Geschmack). Platzeck brüstete sich mit seinem Alkohol- und Frauenverschleiß. Siggi Gabriel ist ein einziger unflätiger Zampano. Nur Steinmeier fällt hier als emanzenhafter, verständnisvoller Feministensoftie etwas aus der Reihe. Insgesamt scheinen die Genossen aber von einer ganz widerlichen Neurose befallen, die ein tradiertes, machistisches Männerbild beinhaltet und derlei seltsame Blüten treibt, wie wir sie auf besagtem Cover des "Süddeutsche"-Magazins erleben.

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Dass die AfD sich außenpolitisch an Bismarck orientieren will, finde ich außerordentlich. Bismarck war eigentlich der letzte Kanzler, der deutsche Interessen mit Nachdruck vertreten hat: Konsequent, rational, diplomatisch, wenn es sein musste brutal, immer aber mit strategischem Kalkül und einem langen Atem. Er war der wohl fähigste deutsche Politiker der letzten 500 Jahre. Seine Bündnispolitik mit Russland war ausgefeilt und von großem Erfolg geprägt. Diese Tradition ließe sich gerade im Moment ganz hervorragend wieder aufnehmen. Denn dass Deutschland sich von den USA tendenziell abwenden sollte, steht für mich außer Frage. Zu tief sind die Gräben, die zwischen unserer soliden Republik und den amerikanischen Kriegstreibern und Völkerrechtsbrechern bestehen. Ob Nixon, Carter, Reagan oder Bush - oder Obama: Entweder man hat es mit religiösen Ignoranten zu tun, mit blutrünstigen Waffennarren, oder aber mit einer Kombination aus beidem. Dagegen nimmt sich Putin mit seinen Öl-Oligarchen und seiner souveränen Haltung im Syrienkonflikt aus wie ein gewiefter Demokrat mit Grundprinzipien. Natürlich ist er das nicht, sondern ein skrupelloser Ex-Spion mit - siehe SPD - Männlichkeitskomplex. Deutsche Interessen werden aber durch verschiedene Bündnisse gesichert, und die "Freundschaft" mit den USA ist schon sehr lange überstrapaziert, sollte sie wirklich jemals existiert haben. 



 

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