Mittwoch, 27. November 2013

Antwort auf eine Kritik an meinen Ausführungen zu Robert Betz

Hier meine Replik auf den Kommentator "Anonym". Seine Punkte/Ausführungen markiere ich kursiv und mit einem Stern davor, um sie klar von meinen Antworten zu unterscheiden.

*Ich verstehe zumindest, dass sie aus irgend einem Grund ziemlich erbost sind und andere Meinungen ungern gelten lassen. Alle Bücher bestehen aus dem Gedankengut des Autors, nicht nur die Bücher, die Sie mögen oder die Sie interessieren. Stephen King können Sie gerne durch jeden anderen erfolgreichen Autor ersetzen, nehmen Sie halt einen, den Sie auch nicht mögen.

Ich gebe dem Kommentator hier nur theoretisch recht. Nicht jeder Buchautor, oder generell jeder Autor, verkauft sein eigenes Gedankengut. Wäre dem so, gäbe es keine Plagiate. Zu Guttenberg war Autor. Er hat aber das Gedankengut seiner Doktorarbeit zu weiten Teilen gestohlen, es war also nicht sein eigenes.
Betz' Buch "Wahre Liebe lässt frei" ist - und das ist nur ein Verdacht, denn ich kann nicht nachweisen, ob und wo er sich bei anderen bedient hat - nicht nur stilistisch ein Grauen (Achtung: das ist nur meine Meinung), sondern wirkt für mich ganz stark so, als hätte er sich aus einem Kranz an Self-Help-Strömungen und -büchern seine eigene krude Philosophie zusammengebastelt. Ob man das als "Gedankengut" bezeichnen kann, mag umstritten sein. Ich glaube es nicht. Es scheint für mich eher ein geschickt arrangierter Flickenteppich verschiedener esoterischer Schnipsel zu sein.

*Ich habe "wahre Liebe lässt frei" nicht gelesen, aber erkenne Ihre hervorgehobenen Passagen schon als Werk von Robert Betz, da ich ein paar andere seiner bücher gelesen habe.
Wie erwähnt finde auch ich nicht alles stimmig, aber Herr Betz regt mich an, über mein Leben und die Beziehungen zu anderen Menschen nachzudenken und zu überlegen, wo ich vielleicht zu sehr in alten eingefahrenen Mustern verstrickt und mir selber hinderlich bin.
Offenheit ist das Stichwort.

Nein, ich muss auch hier widersprechen. Ich nehme für mich ebenso in Anspruch, offen an Bücher heranzugehen. Ich habe die Lektüre von Betz' Buch nicht als anregend empfunden, sondern als zutiefst stumpfsinning und kindisch. Das ist - wie übrigens alles, was ich hier im Blog schreibe, meine Meinung. Ich nehme zur Kenntnis, dass andere das anders sehen. Aber später mehr dazu.

*Aus Ihrem Text zieht sich wie ein roter Faden nur genau das Gegenteil. Sie urteilen und kritisieren teilweise völlig aus dem Zusammenhang und so, als wäre Ihre Meinung auf jeden Fall die Wahrheit:
"DAS IST ein Buch, in dem Gedankengut steckt".
"...Autorengenie Stephen King...ist...ein Virtuose".
Sie geben keine Argumente sondern manifestieren Ihre Meinung als unverrückbare Tatsache und erstellen sich so ein Konstrukt, in dem Sie immer Recht behalten müssen.

Das sehe ich anders. Die von mir kritisierten Passagen sind, das stimmt, willkürlich gewählt. Wie ich bereits an anderer Stelle schrieb, ist es aber so, dass diese Passagen - meiner Meinung nach - in ihrer Inhaltsleere völlig austauschbar sind.
Jetzt komme ich zu einem Hauptpunkt, den ich schon einmal versucht habe zu erklären (allerdings im Dialog mit einem anderen Kommentator). Wesen und Zweck dieses Blogs ist es, dass ich hier meine Meinung zum Besten geben kann. In ihrer ganzen Unausgewogenheit und Subjektivität. Das ist kein wissenschaftliches Kolloquium, sondern ein Blog. Deshalb verzichte ich auch darauf, vor jedem Satz die Phrase "meiner Meinung nach" oder Variationen davon zu setzen. In diesem Blog geht es um meine Meinung - es ist mein Blog. Das können Sie gerne narzisstisch finden, oder unausgewogen. 

Übrigens: Es ist wohl möglich, aber auch nicht leicht, die literarische Qualität eines Autors "objektiv" und argumentativ zu begründen. Ein geschulter Literaturwissenschaftler mag dazu imstande sein. Es ist aber zu gewissen Teilen eben auch eine Geschmacksfrage.

*Mein Vergleich zwischen Robert Betz und Stephen King sagt nichts aus, über die Art wie ich denke, es ist nur ein Vergleich. Ich will zeigen, dass beide im Grunde zwei Autoren sind, die Bücher verkaufen, natürlich ist mir klar, dass es sich um völlig unterschiedliche Literatur handelt.Aber auch Stephen Kings Bücher werden von manchen Leuten aufgrund der erheblichen Gewaltdarstellung und häufiger sexuell anstößiger Szenen für gefährlich gehalten. Trotzdem habe ich das Lesen seiner sämtlichen Werke während meiner Jugend gut überstanden.

Ich verstehe diese Ausführung nicht. Ja, richtig, jeder Autor ist auf dem Prüfstand und wird auch hin und wieder kritisiert. Auch Stephen King. Was mich dabei gerade vielmehr interessiert, ist, ob Stephen King die Kritik ernst genommen und mit seinen Kritikern in einen Dialog eingetreten ist, oder ob er, wie Robert Betz, seine Kritiker systematisch zensiert? Ich habe da nämlich die Vermutung, dass King hier anders verfuhr. 

*Ihr Text erweckt für mich dagegen den Anschein, dass Sie Ihre Meinung tendenziell wichtiger nehmen, als die der Anderen.

Wie kommen Sie darauf ? Dadurch, dass ich meine Meinung nicht immer auch explizit als solche kennzeichne? Oder dadurch, dass ich nicht am Ende meiner Einträge anfüge: "Man kann all das aber auch ganz anders sehen"? Wie bereits oben erwähnt: In diesem Blog vertrete ich nun mal meine Meinungen. Das heißt deshalb aber nicht, dass ich die - meistens - abweichenden Meinungen anderer nicht zur Kenntnis nehme oder sie grundlos ablehne.


*Was Sie sagen möchten verstehe ich gut, auch wenn Sie das vielleicht nicht glauben. Ich teile Ihre Meinung aber nicht und möchte darüber gerne sprechen.
Daher mal ein paar Fragen:
Warum ist Herrn Betz Gedankengut "gefährlich"?

Nur ein Beispiel: Betz erklärt, man sei selbst für Krankheiten wie Krebs verantwortlich. Ich bin zwar kein Diplom-Psychologe wie Betz. Gesunder Menschenverstand reicht aber aus um zu sehen, dass eine solche - wissenschaftlich bodenlose - Haltung Schuldgefühle bei den Seminarteilnehmern hervorrufen muss.

*Was befürchten Sie, könnte passieren, wenn zuviele Menschen danach handeln?

Wenn sehr viele Menschen Betzens "Philosophie" umsetzten und lebten, käme es innerhalb kürzester Zeit zu Massenpsychosen, Massensuiziden und zu einer Infantilisierung der Gesellschaft. Das hat auch damit zu tun, dass die Leser in seinen Büchern als Kinder angesprochen werden, und nicht als rationale, vernunftbegabte Menschen.

*Wie alt sind Sie?

Ich bin 31.

*Warum sind Sie so verärgert?

Ich bin nicht verärgert. Wie kommen Sie darauf?

*Warum glauben sie, hat Ihnen jemand ein Buch mit diesem Thema geschenkt?

Weil die Person dachte, sie tut mir damit einen Gefallen (diese Person liest selbst viele Esoterikbücher). Nachdem ich sie freundlich darauf hingewiesen hatte, dass dieses Buch nicht das optimale Geschenk war, bekomme ich Sachbücher geschenkt. Solche, die diesen Namen - meiner Meinung nach auch tatsächlich verdienen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Erstmal vielen Dank, für die nette Unterhaltung, sie bereichert seit zwei Tagen meinen morgendlichen Kaffee.
Sie haben recht, ich habe evtl. vergessen, dass es sich hier um einen privaten Blog handelt und keine Tagespresse und IHren Aussagen dementsprechend zuviel beigemessen.
Deswegen möchte ich auch nur auf einzelnes eingehen.
1. Mit meiner frage meinte ich eigentlich, ob derjenige, der IHnen das buch geschenkt hat, vielleicht der Meinung war, sie sollten sich in Ihren Beziehungen anders verhalten?
2. Robert Betz sagt nicht, dass man seine Krankheiten "verschuldet", sondern, dass unterdrückte negative Gefühle, die Ursache für die meisten Krankheiten sind, also kranke Psyche = kranker Körper! Das hat nichts mit Schuld zu tun, in dem Sinne, dass der Mensch das absichtlich verursacht hat.
3.Robert Betz behauptet ja, dass Menschen nur tun sollten was sie lieben, also was sie wollen und fragt dann auch, wie man denkt, dass die Welt dann aussehen würde. Weiter behauptet er, die Gedanken eines Menschen über diesen Zustand der Welt wären ein guter Spiegel, für seinen unbewussten inneren Zustand.
Ich finde das sehr interessant.
Übrigens hat sich auch mir der Gedanke bald aufgedrängt, er wäre eine Art Sektenführer, da er schon einen Kult um seine Person zu betreiben scheint.
Aber ich halte das nicht für gefährlich, er beschäftigt j keine Gotteskrieger ooder so.

Anonym hat gesagt…

Hallo,
ich las gerade diesen Blog, nachdem ich auf NDR den Beitrag über Betz gesehen hatte.

Mir fallen immer wieder zwei Vorwürfe an Betz auf:

1. Er schiebe den Menschen die Schuld für Krankheiten zu.
2. Er über Zensur auf seiner Facebookseite aus.

Der Vorwurf der Schuld kommt immer wieder von Außenstehenden, die kaum Erfahrung mit Betz Vorträgen und Seminaren haben. Tatsächlich spricht er davon, dass wir Krankheiten UNBEWUSST erschaffen. Wenn wir gewusst hätten, was jahrelange Denkmuster mit unserem Körper machen, hätten wir diese abgelegt. Wir wussten es aber nicht besser und haben somit auch keine Schuld. Diejenigen, die Betz etwas besser kennen, fühlen sich auch nicht schuldig.

Beim Löschen von Beiträgen werde ich auch immer hellhörig. Mir ist im NDR-Forum zu Betz Beitrag jedoch aufgefallen, dass die sog. Kritiker immer wieder haltlose Behauptungen aufstellen. Widerlegt man diese mit Zitaten aus den Vorträgen, wechseln sie einfach zu einer neuen Behauptung über. Dies sind für mich "Trolle" und keine dialogfähigen Kritiker, eine Löschung solcher Beiträge halte ich nicht für Zensur. Tatsächlich werden kritische Kommentare zu Betz Tagesbotschaften stehen gelassen, siehe z.B. 27.11.2013.