Mittwoch, 27. November 2013

Liebe "Tagesthemen",

schafft euren Kommentar ab. Er ist kaum erträglich.

Heute war es Rainald Becker, der in gewohnt monotonem Duktus seine kritischen Anmerkungen zum kläglichen Gemurkse der großen Koalition absonderte. Dabei erreichte er einmal mehr mit spielerischer Mühelosigkeit sein offensichtliches Ziel, den TV-Zuseher maximal in Schlafatmung zu versetzen. Die dröge Mimik, der intonationslose Vortrag ohne jegliche Höhen und Tiefen sowie die Tatsache, dass Becker nicht einmal so tat, als würde er wirklich in die Kamera blicken, sondern fein säuberlich jeden einzelnen Satz vom Teleprompter ablas, versetzten mich in eine prämortale Leichenstarre, die immer noch anhält.

Genau so ist es bei allen anderen Kommentatoren, die regelmäßig verstockt und verloren ihren Weg vor die Kamera finden und mit depressiver, sauertöpfischer Mediokrität ihre zwangsfinanzierten, weichgewaschenen Allerweltsmeinungen in den Äther sabbern. Die Institution Tagesthemen-Kommentar ist auf merkwürdige Weise antiquiert und angestaubt. Es ist schon beinahe skurril, in welch steifer Isoliertheit die Damen und Herren des WDR, HR, SWR und wie sie alle heißen in die Linse starren. Ganz wohl scheint ihnen dabei nie zu sein. Sie wirken hölzern, blutleer und spröde. Ihre Aussagen sind so harmlos wie lahm - die Provokation, die einen Kommentar eigentlich ausmachen müsste, kennen die braven Aktenschieber der zwangsfinanzierten Anstalten nur aus dem Duden. Mit dicken Brillengläsern bestückt geistern sie wie Untote vor dem Blau der Tagesthemen-Unendlichkeit hin und her, blicken verstört in den Teleprompter und nuscheln ihre befremdenden Durchschnittsansichten gänzlich beklommen in ihren spärlich sprießenden Bart.

Liebe Tagesthemen: Schafft diesen Kommentar ab, und befreit die Erde von einem chronischen Leiden...


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