Donnerstag, 5. Dezember 2013

Claudia Roth und die Toten Hosen...

Wie die "Stuttgarter Zeitung" in ihrer Online-Ausgabe am Dienstag berichtete, sammelten die "Toten Hosen" auf ihrer Tour 30.000 Unterschriften "gegen die Asylpolitik der EU". Diese Unterschriften übergaben sie dann der Bundestagsvizepräsidentin, die ja seit kurzem, wie allen bekannt sein sollte, Claudia Roth heißt (neben, glaube ich, fünf anderen hoch alimentierten "Vizes").

"Zusammen mit Vertretern der Hilfsorganisation Pro Asyl übergab die Band die Unterschriften an Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne). Bundestag und Bundesregierung sollten sich in Europa für eine humane Asylpolitik einsetzen, forderte Pro Asyl."

Zum kurzen Bericht bei "StZ Online" gehört eine Bildergalerie, auf der Claudia Roth ganz Claudia Roth ist. Die Kleider stammen direkt vom Bazar: Einen knallroten Rollkragenpullover (zu eng) kombiniert sie mit einem Mantel in Schachbrettmuster. Über dem Rolli trägt sie eine Perlenkette. Das Kopftuch hat sie diesmal zu Haus gelassen, aber es geht ja auch diesmal nicht um eine Brandrede für eine multikulturelle Mekka-Gesellschaft, sondern lediglich um das Ansinnen einer in die Jahre gekommenen Punk-Band, mehr Flüchtlinge nach Deutschland zu holen, in ein Land also, das ja, wie jeder weiß, nicht sowieso bereits schon genug Probleme mit der Massenzuwanderung aus Osteuropa hat. 

Dass Frau Roth dieses Ansinnen goutiert, betrachte ich als gegeben, obwohl kein Statement darauf hinweist. Ihr in der Bildergalerie dokumentierter Blick lässt aber darauf schließen. Entschlossen blickt sie drein, etwas Bestürzung ist auch beigemischt, Bestürzung vermutlich über die schreiende Ungerechtigkeit, die den armen Menschen aus der Dritten Welt widerfährt, weil alle ja so kaltherzig und unsozial sind, außer natürlich ihr, Claudia Roth. Wie lange sie diesen Blick, diese in Mimik gegossene Betroffenheitsethik wohl einstudiert hat? Jahrzehntelang hatte sie Zeit dafür. 

Und es hat sich gelohnt. Sie ist die Rächerin der Entrechteten, die Vorkämpferin für ein tolles, offenes, tolerantes, multikulturelles Deutschland. Dafür hat sie gekämpft, die Claudia Roth, jahrzehntelang. Klar, sicher, immer hat sie dabei vom Staat gelebt. Auch jetzt. 12.000 Euro netto, aus Steuergeldern. Dafür, dass sie mit 5 anderen das Glöckchen im Bundestag läuten und Unterschriften von Punkbands entgegennehmen darf. Und immer betroffen dreinschauen, und entschlossen, und bewegt ob der heillosen Ungerechtigkeit in der Welt.

Andreas Frege, der sich offenbar auch im Alter von nunmehr 51 Jahren noch immer "Campino" nennt, blickt auch ganz betroffen drein. Auch ein bißchen zornig. Und entschlossen, und auch einen Tick beschämt. Ob das an der Anwesenheit Claudia Roths liegt? Ein bißchen peinlich dürfte ihm das schon sein. So wie es eigentlich jedem ein wenig peinlich sein müsste, neben ihr zu stehen. Auch mit 51 zieht sich Campino an, als sei er 18. Jeans, T-Shirt, Bomberjacke. Warum auch den Institutionen der Bundesrepublik Respekt zollen und einmal einen Anzug tragen? Andererseits trägt Roth ja Sachen vom Basar, also würde auch ein Anzug von der Savile Row neben diesem optischen Fauxpax nicht wirklich zur Geltung kommen.

Wo wohnen Claudia Roth und Andreas Frege eigentlich? Da sie beide reich sind - die eine über Jahrzehnte aus Steuergeldern bezahlt, der andere Schallplattenmillionär - bestimmt in guten Gegenden. Sicher nicht in Duisburg oder im Stuttgarter Hallschlag. Sicher auch nicht in der Keupstraße in Köln. Sie wohnen weitab von der Problematik, die sie hier thematisieren. Aber so verhält es sich nunmal mit Ideologen: nicht die Ideologie wird den Verhältnissen angepasst, sondern die Verhältnisse der Ideologie. Multikulti ist gut, sagt Frau Roth, und deshalb gibt es kein Einwanderungsproblem in Deutschland. Deshalb müssen noch mehr Flüchtlinge kommen. 

Würde Andreas Frege Flüchtlinge bei sich wohnen lassen? Zu Hause? Oder wenigstens in seiner Nachbarschaft, ganz unmittelbar? Oder reicht sein Gutmenschentum nur so weit, ein paar Unterschriften zu sammeln und eine betroffene Miene im Bundestag aufzusetzen? Kennt Frege die Probleme, die Menschen im Ruhrgebiet mit einseitiger Einwanderung Tag für Tag erfahren? Ist Claudia Roth schon einmal als "deutsche Hure" beschimpft worden, wie es deutschen Frauen in Berlin-Kreuzberg Tag für Tag passiert? 




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