Mittwoch, 18. Februar 2015

Hitchens über Libyen, Mussler über Griechenland und Rath über das Russland des Alexander Dugin

Der Journalist Peter Hitchens, Kolumnist bei der "Mail on Sunday", gibt sein Urteil zur Situation in Libyen ab:

"Of course, we are perfectly right to pursue those who got us into the Iraq war, an action of incalculable stupidity which was much like the opening of Pandora’s Box, except there seems to be no hope lying at the bottom. The consequences of that ill-considered, ignorant and half-witted action will continue to plague the world for decades to come. It may turn out, in the end, to have been the action which finally brings down the proud civilisation which we rebuilt after the Second World War, and hands the remnants over to the Chinese.

But it seems to me to be time for a Chilcot-type inquiry into the Libyan war, likewise sold to us as an urgent and morally good intervention, but which has been disastrous for Libya itself, now a cauldron of murder, fanaticism and gangsterism, and for Europe as a whole, as the Libyan coast, uncontrolled by anyone,  provides a point of departure for an incalculable number of desperate migrants wrongly convinced that a better life awaits them in Europe."

Werner Mussler spricht in der Online-Ausgabe der F.A.Z. aus, was viele denken: Das Selbstmitleid der griechischen Regierung ist unerträglich geworden:

"Noch nie in der über fünfjährigen Geschichte der Dauerhilfe für Athen war in der Eurogruppe der Überdruss am griechischen Selbstmitleid so groß wie jetzt. Und noch nie waren sich die Eurostaaten so einig. Zugegeben: Das Selbstmitleid ist keine Erfindung der neuen Regierung, schon die Vorgängerinnen haben sich in der Opferrolle gefallen. Aber das Verständnis für Athen ist einfach aufgebraucht, und zwar nicht nur aus dem formalen Grund, dass Abmachungen einzuhalten sind."

Der hervorragende Blogger Krzysztof W. Rath beschreibt den Aufstieg des versponnenen russischen Mystikers Alexander Dugin. Als sektiererische Randfigur stieg er im Zuge des Ukraine-Konflikts zum einflussreichen Vordenker einer verschrobenen Ideologie auf, die Wladimir Putin als Grundlage einer geistigen Neuausrichtung Russlands dient:

"Dabei ist Dugin selbst ein Vertreter der Postmoderne, die er so sehr ablehnt. Er dekonstruiert diverse  antiliberale Ideologien des Westens und importiert ihre Fragmente in die russischen Diskurse, in denen er sich bewegt. Allerdings wagt er sich in dieser Dekonstruktion nur bis zur Ebene bestimmter, abstrakter Grundannahmen vor, die er dann als absolute Wahrheiten ausgibt. So schreibt er etwa Nationalstaaten und Kulturen bestimmte essentielle Eigenschaften zu."



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