Montag, 14. Dezember 2015

Lyrik (VI)

Obergrenze

Christlich-Demokratischer Ausländerhass - 
"die Mitte der Gesellschaft" ist das.
Teil dieser Mitte will ich nicht sein, 
die bei einem Mischverhältnis von 1:80
bereits die multikulturelle Apokalypse sieht.

Weiße Mittfünfziger mit schwarzen Anzügen
lieben Bier, Waffen und Gartenzwerge.
Sie wollen ihre Ruhe und unter ihresgleichen bleiben,
arme Araber stören das angestrengt gepflegte Spießerglück.

Ihre Arbeit hassen sie, sich selbst verachten sie,
aber statt Therapie steht ihnen der Arabermohr zur Verfügung,
auf den sie ihren Selbsthass projezieren / Verständnis schlägt 
ihnen medial entgegen, die rechtskonservative deutsche
Meinungselite heftet ihnen den honorigen Titel "Besorgter Büger" ans Revers, dabei sind sie gewöhnliche Fremdenfeinde.

Auf 80 Deutsche kommt 1 Flüchtling.
Der deutsche Michel dreht am Rad, er fürchtet sich. 
Er mobilisiert, er schwenkt Fahnen und Plakate und 
zündet hier und da ein Asylantenheim an. Mit dieser Willkommenskultur ist er der Stolz Europas. 

Deutschland beglückt mit seinem Wesen wieder die Welt.
Sklavenmoral, Schiss vor dem Vorgesetzten, unbezahlte
Überstunden, verkniffen und verbissen, hasserfüllt und
adipös, mit Schaum vor dem Mund, braucht er Feindbilder.
Er rafft seinen dünnen Wohlstand an sich, erschuftet durch Niedriglöhne und Leiharbeit, und statt der Parallelgesellschaft der Reichen und Superreichen ans Bein zu pinkeln, will er Kriegsflüchtlingen an den Kragen. 

 
 

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